Ich hab´ noch einen Koffer in „Hamburg“
Mitgliederreise des Ortsverbandes Emsland und Ostfriesland nach Hamburg Auch in diesem Jahr lud der Ortsverband des VNSB seine Mitglieder wieder zu einer 2-tägigen Reise ein. Dieses Mal führte uns die Reise in die Hafenmetropole Hamburg. Für die Durchführung und Organisation waren Helmut Gels, Thomas Gersema, und Rainer Töben verantwortlich. An dieser Stelle bereits unseren Dank für die vorbildliche Planung.
Die Vorbereitungen begannen bereits Ende des vergangenen Jahres: Zunächst wurde eine Unterkunft, das MOTEL ONE“ gebucht. Als nächstes wurde das Programm abgestimmt und die Rahmenbedingungen geklärt. Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden zum einen durch Mund-zu-Mund-Propaganda, zum anderen auch durch Aushänge und persönliche Einladung gewonnen. Der Einladung folgten insgesamt rd. 46 Bedienstete mit Angehörigen der JVAen Meppen und Lingen nebst Abteilungen. Da sich insgesamt 92 Personen angemeldet hatten, war der Einsatz von zwei Bussen erforderlich.

Die Reise begann am Freitagmorgen, 27.11.2009 um 05.45 Uhr - na ja, wenigstens für die meisten, denn diese Reise verlief nicht ohne Pleiten, Pech und Pannen. Bereits bei der geplanten Abfahrt lies uns ein Bus aus technischen Gründen im Stich, so dass sich die Abfahrt für den Bus um rund 1 Stunde verschob. Und damit nicht genug. Durch die Sperrung des Emstunnels war ein weiterer Umweg von Nöten. Während wir bei nasskalten Temperaturen auf dem Parkplatz der Autobahnpolizei Kommissariat BAB Leer das gemeinsame Frühstück vorbereiteten, traf der zweite Bus ein. Dafür setzte pünktlich der Regen ein.
In der Mittagszeit erreichten wir dann, ohne weitere Pleiten, Pech oder Pannen, Hamburg.
Der erste Programmpunkt führte uns zur Hauptverwaltung der Signal Iduna, dem Kooperationspartner des VNSB.
Im Anschluss stand der Besuch der JVA Fuhlsbüttel auf dem Programmpunkt.
Die Anstalt besteht aus vier Häusern einschließlich der Außenstelle Bergedorf und hat insgesamt eine Belegungsfähigkeit von ca. 1000 Insassen. Vollzogen werden zurzeit Freiheitsstrafen von über zwei Jahren, Sicherungsverwahrung sowie Abschiebehaft. Grundsätzlich sind die Insassen einzeln untergebracht. Lediglich die Abschiebehaft wird in Sälen vollstreckt. In Haus I sind ca. 300 Insassen untergebracht. Dort werden vorwiegend Freiheitsstrafen von zwei bis vier Jahren verbüßt. Außerdem sind in Haus I durchschnittlich 50 Abschiebehaftgefangene untergebracht. Die Gefangenen, die überwiegend Freiheitsstrafen von über vier Jahren zu verbüßen haben, werden in Haus II untergebracht. Haus II kann nach Abschluss umfangreicher Baumaßnahmen, die zur Verbesserung der Sicherheit und Ordnung erforderlich sind, ca. 450 Insassen aufnehmen. Haus III hat eine Belegungsfähigkeit von ca. 50 Haftplätzen. In Kürze wird dort eine Drogentherapie, insbesondere für Insassen mit langen Strafen angeboten werden.
Für besonders betreuungsbedürftige Gefangene, wie zum Beispiel sehr junge Straftäter, Ersttäter oder ältere Gefangene, sieht Haus IV ca. 180 Haftplätze vor. Dort befindet sich die zentrale sozialtherapeutische Einrichtung.
Nach dem Bezug des Hotels stand der restliche Tag zur freien Verfügung, den einige unter anderem zu einem Musicalbesuch nutzten.
Denn nicht umsonst wird Hamburg auch Deutschlands Musicalhauptstadt genannt. Mit Disneys DER KÖNIG DER LÖWEN und ganz neu Disneys Musical TARZAN, Udo Jürgens ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK oder dem Hamburger Lieblingsstück "Heiβe Ecke" gibt es in Hamburg mehr Musicals als in jeder anderen deutschen, ja, sogar internationalen Stadt. Denn nach New York und London ist Hamburg sogar die drittgröβte Musical-Metropole der Welt...
Ein Bummel über die Reeperbahn war für die meisten natürlich auch Pflicht.
"Auf der Reeperbahn nachts um halb eins ...". Den Song von Hans Albers kennt fast jeder, und er ließ schon damals die Vielzahl der Vergnüglichkeiten auf Hamburgs "geiler Meile" (Udo Lindenberg) erahnen.
Entlang der Reeperbahn, auf der zu früheren Zeiten die hundertmeterlangen Schiffstaue (Reepe) gedreht wurden, haben sich zahlreiche urige Kneipen und Pubs, Bars, Discotheken, Cafés, Snack-Stations und diverse Shops, aber auch Live-Clubs angesiedelt, in denen seinerzeit schon die Beatles spielten.
Liebhaber des seriösen Entertainments finden vom Operettenhaus über die Schmidt's-Theater bis zum Café Keese mit dem 'Quatsch Comedy Club' zahlreiche Möglichkeiten, den Abend unterhaltsam zu genießen.
Und last but not least: Direkt 'mittendrin' liegt das Stadion des FC St. Pauli – des legendären Kiez-Clubs.
Ein besonderes Highlight in der Vorweihnachtszeit sind auch die zahlreichen Weihnachtsmärkte in Hamburg. Z.B. Weihnachten auf dem Kiez: "Santa Pauli"
Frivoles Weihnachtsvergnügen: Im Ü-18-Tannenwald warten allerlei (be)sinnliche Attraktionen auf ihre Entdeckung.
Ein Weihnachtsmarkt der ausgefallenen Art, auf dem klassische Weinachten und St. Pauli typisches Entertainment zueinander finden und unkonventionelle Ideen für die weihnachtliche Bescherung gesammelt werden können.
Der besonderen Lage auf der Reeperbahn entsprechend, hat der Markt späte Öffnungszeiten bis in die Nacht hinein. Auf dem ungezügelsten Weihnachtsmarkt der schönen Hansestadt garantiert zudem neben klassischen Weihnachtsmarkt-Ständen die Show-Bühne mit täglichem Live-Musik-Programm, eine Open-Air-Kunstgalerie und ein sonntägliches Kinderprogramm, Spaß für Groß und Klein.
Der Samstagmorgen begann mit einer Stadtrundfahrt durch die Speicherstadt, der Großbaustelle Hafencity, zur Binnen- und Außenalster, Michaeliskirche, Freihafen und Zollgrenze, Köhlbrandbrücke, zum alten Elbtunnel zurück nach Altrona und Fischmarkt und noch vieles mehr. In diesen 2 1/2 Stunden haben wir viel von der schönen Stadt gesehen und über sie erfahren.
Als nächstes stand eine Barkassenrundfahrt auf dem Programm. 1 Stunde quer durch den Hamburger Hafen. Der Hafen ist ja schon eine Stadt für sich! Beeindruckend auch der Neubau der Hafencity, die bis zum Jahr 2025 fertig gestellt werden soll.
Dass Hamburg eine Hafenstadt und die Speicherstadt weltbekannt ist, habe ich gerade erwähnt, aber einen Strand entlang der Elbe? Der ist weniger bekannt, wenn man nicht in Hamburg wohnt. Mit der Hafenfähre (Nr. 62) geht es, von den Landungsbrücken in weniger als 10 Minuten nach Oevelgönne. Dort befindet sich gleich an der Anlegestelle der Hafenfähre der Museumshafen. Kleine und mittlere Kähne warten dort auf Besucher und ein kleines Schiffsrestaurant lädt zum Essen ein. Dazu ein Blick auf die Hafenschlepper, die auf ihren Einsatz warten, auf einen Schwimmkran und auf Containerschiffe, die Hochhausgleich an einem vorbeischwimmen. Gleich hinter dem Museumshafen startet der Elbstrand.
Positiver Nebeneffekt des Besuchs in Oevelgönne - wer die Hafenfähre benutzt, hat die Möglichkeit Hamburg einmal von der Wasserseite aus kennen zu lernen. So kommt man an dem futuristischen Bürogebäude "Dockland" vorbei, an dem Fischmarkthallen von St. Pauli und an den berühmt berüchtigten Häusern der Hafenstraße. Da die Hafenfähre auf der Rücktour von Oevelgönne ziemlich weit ausholt, um auf der anderen Elbeseite zu fahren (auch auf der Elbe gilt Rechtsverkehr), kann man einen kurzen Blick in das Trockendock von Blohm und Voss werfen
Bis zum Antritt der Rückreise am frühen Abend war der restliche Tag zur freien Verfügung.
Ob Schnäppchenjäger, Liebhaber feiner Moden oder Fashion Victims auf der Suche nach dem letzten Schrei: Hamburg ist ein Mekka für Shopping-Fans. Dies war in der Adventszeit der passende Ausklang. In der Innenstadt konkurrieren die großen Designerlabels auf engstem Raum um die Gunst der internationalen Kundschaft. Hanseviertel, Europapassage, Jungfernstieg, Mönckeberg- und Spitalerstraße üben eine magische Anziehungskraft auf alle aus, die mehr als nur schöne Erinnerungen mit nach Hause nehmen wollen. Zwischen Passagen, Einkaufzentren, zahlreichen Cafés und den Alsterfleeten macht das Einkaufen einfach bei jedem Wetter Spaß – eben auch bei Regen!
Und selbstverständlich buhlen auch hier die zahlreichen Weihnachtsmärkte um die Gunst der Besucher. Der Hamburger Weihnachtsmarkt, einer der großflächigsten und prachtvollsten in Norddeutschland, ist seit vielen Jahren in der Vorweihnachtszeit ein Besuchermagnet.
Mit rund 150 großen und kleinen Weihnachtsbuden und zahlreichen Attraktionen für Kinder und Erwachsene erstreckt er sich in der Innenstadt über Gerhard-Hauptmann-Platz, Spitalerstraße, Mönckebergbrunnen, Jacobikirchhof und rund um die St.-Petri-Kirche.
Einen weiteren Besuch wert, wa rauch der historische Weihnachtsmarkt auf dem Rathausmarkt.
Holzschnitzer aus Tirol, Printenbäcker aus Aachen, Lebküchler aus Nürnberg, Keramik aus der Lausitz, Silberschmiede und vieles mehr laden zum Staunen, Mitmachen, Probieren und Genießen ein.
Vor der imposanten Kulisse des ehrwürdigen historischen Rathauses der Freien und Hansestadt Hamburg finden sich jedes Jahr zur Weihnachtszeit rund einhundert Händler ein, um einen der größten und schönsten Weihnachtsmärkte der Stadt abzuhalten.
Eine liebevolle, von Roncalli Direktor Bernhard Paul entworfene Marktarchitektur unterscheidet den Weihnachtsmarkt vom gängigen vorweihnachtlichen Geschehen in anderen Städten. Dazu gibt es Raritäten aus der Sammlung Paul, wie z.B. eine historische Jahrmarktsorgel, Verkaufswagen der Jahrhundertwende, ein Wiener Caféhaus im Jugendstil, ein Oldtimerkarussell aus den Zwanzigern sowie aufwändige Dekorationen.
Aber eben auch diese Reise hatte irgendwann ihr Ende, sodass wir am frühen Abend die Rückreise ins Emsland antraten – im Übrigen ohne Pleiten, Pech und Pannen.
N. Wimmers
Geschichtliche Entwicklung der JVA Fuhlsbüttel
1875 – 1879 Bau des „Centralgefängnisses“, heute Haus I, Inbetriebnahme am 15.8.1879, Belegungsfähigkeit: 800 Inhaftierte
1891 Bau und Inbetriebnahme einer Anstalt für 350 weibliche Gefangene, heute Haus IV
1892 Bau und Inbetriebnahme einer Anstalt für 115 jugendliche Gefangene, heute Haus III
1906 Bau und Inbetriebnahme einer Anstalt für 726 männliche Gefangene, später die Anstalt
Am Hasenberge, „Santa Fu“, heute Haus II
1933 1. Plan für den Abriss der Fuhlsbütteler Anstalten, gestoppt nach Regierungsübernahme
durch die Nationalsozialisten
1933 März: Errichtung eines ersten Konzentrationslagers im Gebäude des Hauses II;
September: Übergabe des Konzentrationslagers („KoLaFu“) an die SS, Verlagerung in
das Haus IV
1944 Kurzzeitige Einrichtung einer Außenstelle des KZ Neuengamme in der JVA Fuhlsbüttel
ab 1945 Nutzung der Einrichtung als Justizvollzugsanstalt, die JVA Suhrenkamp diente als
Gefängnis, die JVA Am Hasenberge wurde
bis 1975 als Zuchthaus genutzt, in der Anstalt Nesselstraße wurde Jugendvollzug vollzogen
1970 Schließung Haus IV (Anstalt V) als Jugendgefängnis
1983 Errichtung des Werkhofs
1991 Nach erfolgter Renovierung erneute Belegung Haus IV (Anstalt V)
2003 Zusammenlegung der bisherigen Anstalten Suhrenkamp, Am Hasenberge und Nesselstraße
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