Der VNSB hat sich nichts vorzuwerfenVorwurf der Untätigkeit an den Haaren herbeigezogen
von Martin Kalt
Der Jahreswechsel hat uns wieder gezeigt, wie schmerzlich die restriktiven Gehalts- und Besoldungskürzungen der Landesregierung den öffentlichen Dienst treffen. Dieses gilt insbesondere für den einfachen und mittleren Dienst. Die Gewerkschaften sind nicht verantwortlich zu machenDie gutgemeinten Lobeshymnen der Verantwortlichen uns gegenüber und die damit eingeforderte Loyalität, treiben unseren Mitgliedern die Zornesröte ins Gesicht. Schnell werden für das dreiste Handeln der Politik die Gewerkschaften und Interessenvertretungen verantwortlich gemacht.
"Die tun ja sowieso nichts...", "Die stecken mit denen zusammen...", solche oder ähnliche Äußerungen machen schnell die Runde. Auch im Bereich des niedersächsischen Justizvollzuges gibt es solche Vorwürfe.
Der VNSB hat in den letzten Jahren etliche, von der Politik geplanten Maßnahmen abwehren können. Durch einen ständigen Meinungsaustausch mit Landtagsabgeordneten, dem Unterausschuss "Justizvollzug und Straffälligenhilfe" und insbesondere mit der Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann und ihren Mitarbeitern des niedersächsischen Justizministeriums, besteht für uns die Möglichkeit Entscheidungsprozesse zu begleiten. Dieses wird insbesondere durch unsere Arbeit im Hauptpersonalrat des Justizministerium wahrgenommen.
Der VNSB hat seine Forderungen formuliertDer Landesvorsitzende Willi-Bernhard Albers bringt es auf den Punkt:"Die jüngst vom VNSB gemachten Eingaben
(Eingaben des VNSB an die Landesregierung) zeigen, dass wir die Problematiken der im Vollzug tätigen erkannt und gegenüber dem Dienstherrn unsere Forderungen formuliert haben. Auch die Entschließung zum 19. Landesgewerkschaftstag hat gezeigt, wo wir stehen."
Unsere Arbeit ist erfolgreich und wird anerkannt. Seit mehreren Jahren beobachten wir eine Zunahme unserer Mitgliederzahlen.
Seit dem Jahreswechsel ist zu beobachten, dass erneut bundesweit versucht wird, das Beamtentum zu diskreditieren. Dazu gehört unter anderem auch eine Diskussion zur Privatisierung staatlicher Aufgaben. Hierzu hat der VNSB auch bereits Stellung bezogen. Wir sind gegen die Verlagerung von Aufgaben des Justizvollzuges in private Hände, da wir der Meinung sind, dass diese Tätigkeiten nicht kostengünstiger von externen Unternehmen geleistet werden können.
Populismus statt InformationEine weitere Front gegen das Beamtentum wurde in diesen Tagen durch die Diskussion um die Bundesbeamten aufgebaut. Es soll versucht werden die gesamte Beamtenschaft, Kommunal-, Bundes- und Landesbeamte, zu spalten. Hierbei vermissen wir die Loyalität der Bundes- und der Länderregierungen gegenüber ihrer Bediensteten. Im Gegenteil; es scheint vereinzelt Programm zu sein, dass die Beamten zum "Freiwild" gemacht werden, um den Ärger der Bürgerinnen und Bürger über die Verteuerungen in unserem Land von der Politik abzulenken. Nach wie vor sind wir der Ansicht, dass eine bundeseinheitliche Besoldung Bestand haben muss.
Der dbb Beamtenbund und Tarifunion vertritt die Interessen der BeamtenFür diese Bundeseinheitlichkeit steht auch der dbb Beamtenbund und Tarifunion mit seinem Bundesvorsitzenden Peter Heesen
("Wir haben schon genug verzichtet; wie oft sollen wir denn noch für unseren sicheren Arbeitsplatz bezahlen?").
Wie Peter Heesen das deutsche Beamtentum sieht, hat er unlängst in der Sendung "Hart aber Fair" des WDR-Fernsehens dargelegt.
Wer interessiert ist, kann sich auf der Internetseite des WDR weiter informieren.
Mittwoch, 18. Januar 2006, 20:15 - 21:45 Uhr
Moderation: Frank Plasberg
Das Reizthema: Deutschlands Beamte -Sparschweine oder Schmarotzer?Länger arbeiten - weniger verdienen. So was kannten Beamte früher nur aus der Zeitung. Jetzt sind sie selbst dran. Innenminister Schäuble bringt mit seinen Sparplänen die Staatsdiener auf die Straße: Sie wollen nicht die Sparschweine der Nation sein. Jammern hier die Falschen? Was sollten uns die Beamten noch wert sein?