„Der Lotse geht von Bord...“
VNSB – Ortsverband Hameln trifft sich zur Generalversammlung 2005Bericht von Thomas RammZwar war der Verursacher dieses geflügelten Wortes, Otto von Bismarck, nicht zur Generalversammlung des VNSB – OV Hameln eingeladen, doch die Tagesordnung war für die Hamelner Kolleginnen und Kollegen schon von besonderer Bedeutung:
Nun aber der Reihe nach:
Die "Neue" und der "Alte" OrtsverbandsvorsitzendeAm 03.März fand sich der VNSB - Ortsverband Hameln zur diesjährigen Generalversammlung im Restaurant der Jugendanstalt ein. Das schöne Ambiente und die belegten Brötchen und Getränke gehörten wie jedes Jahr selbstverständlich dazu. Leider konnten nur 28 Mitglieder begrüßt werden, was sicherlich auch an den widrigen Straßenverhältnissen lag.
Zunächst wurde den verstorbenen Mitgliedern Rudolf Slotta und Franz Papst gedacht.
Und neben den für eine solche Versammlung obligatorischen Punkten gab es diesmal etwas wirklich besonderes:
Unser „Gewerkschaftsgeneral“ Gerhard Solinski verabschiedete sich aus dem Amt des langjährigen Ortsverbandsvorsitzenden. Ein Nachfolger bzw. eine Nachfolgerin für den routinierten und beliebten Lotsen unserer Gewerkschaft war zu finden. Doch dazu später mehr.
Zunächst musste sich Willi Bernhard Albers unter Übermittlung herzlicher Grüße und bester Wünsche leider entschuldigen lassen, da die Wetterverhältnisse derart winterliche Straßen produzierten, dass die Fahrt aus dem Emsland nach Hameln eine unzumutbare und risikoreiche Rutschpartie bedeutet hätte. Und wer den VNSB kennt, der weiß: Rutschige Angelegenheiten sind nichts für uns, wir bewegen uns als Gewerkschafter lieber in festem Stand auf sicherem Terrain. Mit anderen Worten: Wir wissen genau mit wem wir wann und wo über was reden!
Zum letzten Satz passte auch der Bericht von unserem „Gerd“ Solinski:
- Der Kampf um die Ausschöpfung der Stellenobergrenzen geht weiter!
- Nur der Strafvollzug hat für 2005 27 Beförderungsstellen im gehobenen Dienst zugewiesen bekommen! Ohne den VNSB und die „Initiativgruppe Gehobener Dienst“ aus Hameln wäre das sicher kaum vorstellbar!
- Unser Ministerpräsident versprach weitere Abhilfe bei der Misere der Stellen-obergrenzen, wenn es mit Niedersachsen wieder aufwärts geht!
- Der Strafvollzug wird von unseren Politikern als Teil der inneren Sicherheit wertgeschätzt!
- Der VNSB kämpft gewerkschaftlich für eine erhöhte Durchlässigkeit in den Laufbahnen; das Leistungsprinzip solle im Vordergrund stehen!
- Die Anwärter im mittleren Dienst sollen nach bestandener Laufbahnprüfung übernommen werden! Nichts anderes ist akzeptabel!
- Der VNSB spricht mit der Justizministerin, mit dem Unterausschuss Strafvollzug und Straffälligenhilfe, der VNSB ist „am Ball" und rege, wenn es um die Sorgen und Nöte der Kollegen geht!“
Anschließend wurden langjährige Mitglieder des Ortsverbandes würdig geehrt und erhielten Urkunden und Präsente:
Fritz Westphal, Wolfgang Jürgens, Detlef Dittrich, Günter Dahm und Karl Heinz „Kalle“ Will für 25 jährige Mitgliedschaft im VNSB.
Die geehrten Mitglieder des OV Hameln Nicht anwesend waren Gerd Niehus (40–jährige Mitgliedschaft!), Ernst Teichmann sowie Friedel Meyer, die beide bereits 25 Jahre dem VNSB angehören.
Dann standen die Wahlen auf der Tagesordnung:
Unser bewährter Wahlleiter Christian Weiß sorgte wieder einmal für den reibungslosen Verlauf:
Einstimmig gewählt wurden:
Susanne Peters als 1. Ortsverbandsvorsitzende
Wolfgang Biock als 2. Ortsverbandsvorsitzender
Klaus – Peter Stein – Spitczok von Brisinski als 2. Ortsverbandsvorsitzender
Wolfgang Seil als 1. Kassenwart
Thomas Krumm als 2. Kassenwart
Ralf Kinast als 1. Schriftführer
Andre Löschmann als 2. Schriftführer
Thomas Ramm als Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit
Der Posten des Auszubildendenvertreters konnte im Moment nicht adäquat besetzt werden.
Der neugewählte Vorstand des VNSB Ortsverband HamelnBeruhigend für alle zahlenden Mitglieder: Die Kassenprüfer teilten mit, die Kasse sei sauber geführt. Es gab nichts zu beanstanden. Die Beiträge mussten übrigens seit 1992 nicht erhöht werden.
Der Vorstand wurde entlastet.
Anschließend verabschiedete sich Gerd Solinski aus dem Amt des 1. Vorsitzenden:
17 Jahre Verbandsarbeit und 15 Jahre Ortsverbandsvorsitz liegen hinter ihm. Er gab ein respektables Resümee und dankte für die lange Zeit des kollegialen Miteinanders. 1990 waren es übrigens nur 98 Mitglieder im Hamelner Ortsverband und 2005 beachtliche 323. So blickte er zurück auf eine „schöne Zeit“, mit „viel Stress und Spaß“ und wolle nun das „Heft aus der Hand legen“. Er sei nun Pensionär und habe nicht mehr „das Ohr am Ort des Geschehens.“ Bis 2006 Ortsverbandsvorsitzender zu bleiben sei daher falsch und er wisse, dass er die Geschäfte in die Hände eines motivierten und gut besetzten Vorstandes abgebe.
Ein ehrlicher und kräftiger Beifall der Anwesenden war nur ein kleiner Teil der Dankbarkeit, die unser „Sole“ verdient hat.
Die neue 1. Vorsitzende Susanne Peters stellte sich der Generalversammlung vor. Sie ist, das nur am Rande, die erste weibliche Bedienstete des mittleren allgemeinen Vollzugsdienstes der JA Hameln und begann ihren Dienst 1989. 1993 wurde sie als Schriftführerin in den Landesverband gewählt und übte dieses Amt bis 1995 aus. Von 1994 an bis 2004 war sie als Schriftführerin im Ortsverband Hameln tätig. Danach bis 2005 stellvertretende Vorsitzende.
Sie dankte für das in sie gesetzte Vertrauen und sei sich dem „großen Erbe“ bewusst. Außerdem wisse sie einen „starken und motivierten Vorstand des OV - Hameln hinter sich.“
Dann hielt sie in Rückschau auf die Gewerkschaftskarriere von Gerhard Solinski und überreichte als Ausdruck von Dankbarkeit und großer Wertschätzung Blumen, einen Gutschein für ein Fußball - Bundesligaspiel (Hannover 96 vs. HSV) und einen Restaurantgutschein an den scheidenden Lotsen.
Damit soll auch Gerds lieber Frau Anne eine Freude gemacht werden, die oft viel Zeit des Ehemannes an den Gewerkschaftler verlor und nun nicht mehr verlieren soll.
Doch damit nicht genug: Gerd Solinski wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden des VNSB – Ortsverband Hameln gewählt.
Er hat es wahrhaft verdient!
Und der VNSB will sich das Vertrauen seiner Mitglieder auch unter neuer Leitung des Hamelner Ortsverbandes weiterhin verdienen!